Versagensangst

Versagensangst - was steckt dahinter?

Versagensangst ist eng mit der Angst vor Zurückweisung, Ablehnung und Kritik anderer Menschen verbunden. Es findet sich immer ein Vorwand etwas nicht zu tun - egal ob die Dinge machbar, wertvoll und lohnend sind. Es kommt darauf an, was Sie selbst über sich glauben. Durch Versagensangst bleibt vieles unversucht, so dass Sie niemals erfahren werden, wozu Sie wirklich in der Lage sind.

 

Wenn Versagensangst zur Gewohnheit wird

Versagensangst ist der ständige Begleiter vieler Menschen. Die meisten Versagensängste präsentieren eine so bedeutende psychologische Bedrohung, dass viele Leute gar nicht erst versuchen etwas zu tun.

Die Gefahr des Versagens unterbindet jede Motivation, so dass die Versagensangst jeden Erfolg überflügelt. Doch wer seine Versagensängste nicht überwinden kann, verbaut sich selbst die Möglichkeiten einer Vielzahl von Erfolgschancen und Fortschritten im Leben.

Versagensangst ist nicht angeboren - sie wird im Laufe des Lebens erlernt. Ein Säugling kennt beispielsweise keine Ängste. Im Laufe des Lebens kann die Versagensangst zur Gewohnheit werden.

Jedes noch so kleine Risiko einen Vorteil für sich selbst und die eigene Lebensqualität zu gewinnen, wird vermieden. So ist ein Tag wie der andere - immer die gleichen Routinen, immer der gleiche Trott. Dabei gibt es nichts im Leben, was von Dauer ist - das gilt auch für die Fehler, die jedem Menschen in irgendeiner Weise unterlaufen.



Was ist Versagen überhaupt?

Was heißt eigentlich scheitern oder versagen? Jeder Mensch hat seine eigenen Glaubens- und Wertesysteme. Demnach haben alle ihre eigene Definition was scheitern oder versagen für sie bedeutet. Jeder Mensch steht an einem anderen Punkt des Lebens und hat seinen eigenen Maßstab. Deshalb löst Versagensangst bei jedem Menschen andere Gefühle aus. Einige Leute sind gehemmt, weil sie sich selbst Enttäuschungen und Frustration ersparen möchten. Andere sind unentschlossen, weil sie Gefühle wie Wut, Trauer oder Reue vermeiden wollen.

Einen Fehler zu machen, kann also eine Person am Erdboden zerstören, während eine andere sich über die brillante Lernerfahrung freut. Es ist die Sicht auf unsere Ängste, die den einen vorantreiben und den anderen lähmen.

Es geht nicht um Versagensangst - es geht um Gefühle

Im Wesentlichen geht es gar nicht so sehr um die Versagensangst an sich, sondern vielmehr um die Angst vor der Schande, der Ablehnung oder der Bloßstellung eines Menschen. Diese grundlegenden Gefühle zu beherrschen ist für Menschen mit Versagensängsten die größte Herausforderung im Leben. Befangenheit erzeugt negative Gefühle und verstärkt den Glauben als Mensch nichts zu taugen. Die Identität, das Ego, das Selbstwertgefühl und das gesamte emotionales Gefüge gerät aus dem Gleichgewicht, was bei vielen Menschen zu Vermeidungsverhalten führt.

Versagensangst ist eng mit den Erwartungen anderer Menschen verknüpft. Die Vorstellung was andere über uns sagen oder meinen ist das größte Problem. Was würden Sie alles tun, wenn Sie wüssten, dass Ihre Handlungen niemand be- oder verurteilt?

Ihre Vorstellung von Erfolg kann eine völlig andere sein, als die von den Menschen um Sie herum. Für den einen ist Erfolg, wenn sein Garten grünt und blüht, für den anderen bedeutet Erfolg eine glückliche Familie zu haben. Der nächste definiert Erfolg vielleicht über sein Einkommen oder den Status im Unternehmen, der vierte empfindet Erfolg, wenn er selbstständig arbeitet, sich seine Zeit selbst einteilen und bestimmen kann, an welcher Stelle der Erde er gerade sein möchte. Wer ist nun von allen der Erfolgreichste in diesen Beispielen?

10 charakteristische Glaubenssätze der Versagensangst

Anfällig dafür, was andere Leute denken könnten.

Anfällig dafür, dass andere Menschen das Interesse verlieren könnten

Angst davor, nicht klug genug zu sein

Angst davor, von Menschen, deren Meinung geschätzt wird nicht genügend Anerkennung zu erhalten

Die Neigung anderen mitzuteilen, dass die Erwartungen nicht erfüllt werden können, so dass andere ihre Erwartungen senken, um den eigenen Erfolg zu sichern

Kurz vorm Ziel stellen sich körperliche Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen ein, um den Abschluss einer Aufgabe zu verhindern.

Sobald etwas misslingt, wird das Handtuch geworfen

Aufgaben werden nicht zum Abschluss gebracht, um ja kein messbares Ergebnis zu erzielen

Die eigenen Fähigkeiten werden unterschätzt aus Mangel an Selbstvertrauen

Das Festhalten an unwichtigen Aufgaben, um keine Fehler zu machen.

Jeder Mensch hat Angst

Jeder Mensch hat seine eigenen Ängste - niemand ist davon ausgenommen. Wenn wir jedoch zulassen, dass unsere Versagensängste stärker sind als wir selbst, dann trauen wir uns nicht die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Wir probieren neue Dinge nicht aus und beteiligen uns nicht an anspruchsvollen Projekten. Versagensangst nagt am Selbstwertgefühl und beraubt uns unseres Selbstvertrauens. Manche Menschen verfallen dem Perfektionismus und sind nur bereit die Dinge im Leben zu tun, von denen sie bereits wissen, dass sie in der Lage sind, diese erfolgreich zu beenden.

Ängste sind eine Frage der eigenen Erwartung und des persönlichen Standpunktes. Kein Mensch geht angstfrei durchs Leben. Es liegt ganz allein an unserer Sichtweise, wie wir unsere Fehler selbst sehen und beurteilen. Den Dingen, denen wir keine Aufmerksamkeit schenken, sind uns relativ egal.

Menschen sind unvollkommen. Ein Fehler ist nicht der Weltuntergang. Fehler sind ein Feedback unserer Arbeit. Jeder Fehler ist eine neue Erfahrung. Jede Erfahrung bringt uns weiter und hilft uns auf dem Weg zum Ziel.

Die Lektionen unserer Fehler machen uns zu dem, wer wir sind. Je früher wir Fehler machen, desto früher lernen wir. Versagensangst findet auf einer unbewussten Ebene statt, so dass sie unser Verhalten beeinflusst ohne das wir es ständig wahrnehmen. Sie verselbstständigt sich und läuft auf Autopilot.

Versagensangst ist Ungewissheit

Vergessen Sie "versagen" als solches. Es ist nur der Name für eine bestimmte Szenerie durch die Sie reisen, um Ihren Erfolg zu finden - mehr nicht. Selbstbewusste Menschen wissen auch nicht immer, ob sie mit ihren Handlungen erfolgreich sind - aber sie können mit der Tatsache, dass sie unvollkommen sind und deshalb auch Fehler machen besser umgehen, wenn diese Situationen auftreten - das ist der einzige Unterschied.

Machen Sie ebenfalls den Unterschied und denken Sie an die Möglichkeiten, die Sie durch neue Erkenntnisse gewinnen, statt sich an den Misserfolgen aufzuhalten. Die wertvollsten Erkenntnisse erhalten wir durch unsere Fehler. Sie sind der Schlüssel zum Erfolg im Leben. Die größte Versagensangst ergibt sich aus dem Unbekannten - aus dem, was wir noch nicht wissen.

Wenn Sie Ihre Versagensangst überwinden wollen, dann vergessen Sie die Begriffe "versagen" und "Erfolg". Genießen Sie einfach den Prozess des Sehens, wie sich die Dinge entwickeln und wie Sie diese Prozesse steuern können. Richten Sie Ihren Fokus nur auf die Momente der Gegenwart. Denn wenn Sie mit Ihren Gedanken nicht in der Zukunft sind, dann erleben Sie, was wirklich unmittelbar Schritt für Schritt passiert und nicht was in Ihrer Phantasie, die nicht realistisch ist, alles passieren könnte. Denn meistens passiert gar nicht das, was wir am meisten befürchten.

Ziele definieren wohin die Lebensreise geht - die Vorstellung, wie das Leben sein wird, wenn diese Ziele erreicht werden, ist der treibende Motor. Wer unter starker Versagensangst leidet, sollte sich einige kleine Ziele setzen, um entsprechende Erfahrungen für mehr Selbstvertrauen zu sammeln. Der Wunsch sich weiter zu entwickeln und den eigenen Gedanken und Vorstellungen zu folgen ist der immerwährende Zündstoff für ein selbstbestimmtes Leben.

Glauben Sie nicht alles, was Sie hören - stellen Sie alles in Frage. Wenn zehn Millionen das Falsche sagen, bleibt es trotzdem falsch - vergessen Sie das nie und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Versagensangst entsteht, wo bestimmte Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten fehlen. Fehler helfen uns Zusammenhänge besser zu verstehen, selbstständig zu denken und selbstbewusst zu handeln.



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