Ich kann nicht mehr

 

Ich kann nicht mehr

 

Immer mehr Menschen kommen an den Punkt wo sie sich sagen: „Ich kann nicht mehr.“ Sie leiden seelisch und bauen unnötige Schuldgefühle auf. „Ich kann nicht mehr“, kann viele Ursachen haben.

 

Ich kann nicht mehr – sind Sie auf dem richtigen Weg?

 

Ich kann nicht mehr ist ein mulmiges Gefühl, dass sich einstellt, wenn wir uns ständig „zusammen reißen“ unter Zwang arbeiten, keine Zeit mehr haben die eigenen Batterien aufzuladen und nicht mehr entspannen können.

Wie heißt es so schön: Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. Wenn Sie schon einige Meilen in Ihrem Leben gegangen sind und den Punkt erreicht haben, wo Sie sich sagen: „Ich kann nicht mehr!“, haben Sie vielleicht in den letzten Jahren die falsche „Land- oder Straßenkarte“ für Ihren Lebensweg genutzt.

Möglicherweise gehen Sie auf den falschen Wegen. Vielleicht sind Sie aber auch vom Weg abgekommen und bewegen sich auf irgend welchen abgelegenen Trampelpfaden entlang. Unter Umständen gehen Sie unnötige Umwege in Ihrem Leben und warten auf Ihren Erfolg oder ein bisschen Glück. Aber die positiven Aspekte stellen sich nicht ein, statt dessen Überforderung und die Feststellung: Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich bin am Ende.

Ein Leben ohne Ziele und genaue Vorstellungen führt uns jeden Tag in verschiedene Richtungen. Zum Schluss haben wir uns so verrannt, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Diese Art zu denken und sich so zu verhalten führt oftmals zu Konflikten im Leben. Die Folge ist nicht nur, dass Sie nicht mehr können, sondern auch ein negativer Gehirnstand, Mutlosigkeit, Unsicherheit, Schuldgefühle, Panik und Verängstigung. Sie haben so zu sagen einen Weg gewählt, der für ein inneres Ungleichgewicht sorgt.

 

Haben Sie ein negatives Selbstbild von sich selbst?

 

Ich kann nicht mehr deutet auf psychische Probleme hin. Diese äußern sich durch allgemeine Frustration und Verdrossenheit, ständige Kraftanstrengung und Plackerei, Ängste und mangelndes Selbstvertrauen, Probleme in den sozialen Kontakten und nutzlosen Schuldgefühlen. Auf Grund dieser psychischen Probleme entwickeln Betroffene ein negatives Selbstbild von sich.

Diese emotionalen Qualen stören den Seelenfrieden eines jeden Menschen. Aus ihnen ergeben sich ständig neue Probleme, mit denen Betroffene kämpfen. Kein Wunder, wenn sie an den Punkt kommen, wo sie feststellen: „Ich kann nicht mehr.“

Menschen, die unter massiven psychischen Problemen leiden, sollten sich auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen. Ihre Denkweisen sind sehr eingeschränkt. Es gibt nur schwarz oder weiß – keine Grautöne. Sie neigen dazu alles zu verallgemeinern und denken nur in „Schubladen“. Sie können noch so kleine Lappalien hochspielen und dramatisieren, dass es anderen schwer fällt, mit diesen Menschen klar zu kommen und ihnen Respekt entgegen zu bringen.

 

Nehmen Sie sich Zeit!

 

Leute, die von sich sagen: Ich kann nicht mehr, sollten sich in erster Linie Zeit für sich selbst nehmen und über ihre Situation nachdenken. Eine wahrheitsliebende, konsequente Denkweise aufzubauen ist in diesem Fall nicht so einfach – aber eben auch nicht unmöglich. Allein durch positives Denken ein- zweimal am Tag werden Sie nichts bewirken.

 

Auf Ihre Denkweise kommt es an

 

Eine unvollkommene, zweitklassige Denkweise hat negative Folgen. Denn unsere Denkweise bestimmt unser Handeln und unsere Gefühle. Wenn Sie also so handeln, dass Sie sich wohl fühlen, sind Sie auf dem richtigen Weg. Wenn Sie merken, dass Ihnen Ihre Handlungen schwer fallen und dass Sie sich überfordert fühlen, dann denken Sie falsch! Die Folge ist: „Ich kann nicht mehr!“

 

Genießen Sie Ihr kleines Glück

 

In kleinen alltäglichen Lebenssituationen sind oftmals viele kleine Glücksmomente verpackt. Suchen Sie in Ihrem Inneren die Gabe, sich an den vielen kleinen Augenblicken des Lebens zu freuen. Je mehr Sie Ausschau danach halten und je mehr Sie sich darin üben, desto leichter wird es Ihnen fallen.

Wenn Sie beispielsweise das unglaubliche Gefühl erfahren in einer Sache alles richtig gemacht zu haben. Oder Sie nehmen sich die Zeit und genießen das kleine Wohlgefühl, wenn die Wintersonne Sie mit ihren Strahlen berührt und wärmt.

Suchen Sie sich ein paar Lichtquellen und zaubern Sie sich ein schönes Ambiente. Kuscheln Sie sich einfach auf die Couch und ruhen Sie sich aus. Es gibt jeden Tag einen neuen Grund, für den es sich zu leben lohnt!

 


25 Kommentare

  1. Hallo,

    Wenn das alles nur so einfach wäre.. Zugegeben ich hab nur bis zu den kommentaren gelesen..
    Woher habt ihr all die ratschläge? Ich bin
    Mitte 30 und seit jahren habich das gefühl, dass ich einfach nicht mehr kann…und zum psychiater zu gehen hilft nicht ausser ich wäre mit 10 min gesprächen und tabletten wieder normal..
    Ich hab es langsam aufgegeben, mich selbst sowieso, aber ein kleines bisschen hoffe ich noch.. Ich bin laut arzt depressiv und habe eine borderline erkrankung.
    Na ja, was erwarte ich.. Es wär unglaublich schön, wenn mir jemand hilft aus diesem riesigen schwarzen loch..
    Falls ja – ein riesiges danke

    • Hallo Lia,
      Ich weiß nich ob du mittlerweile jemaden gefunden hast oder wie es dir geht. Aber ich habe deinen Kommentar nun ein Jahr später gelesen und er hat in mir das Bedürfnis geweckt dir zu helfen. Ich möchte dir sagen das sie noch soviel vor sich haben und sie es verdient haben aus ihrem Loch heraus kommen zu können. Sie sind bestimmt eine wundervolle Frau und sie verdienen meinen Respekt das sie auch mit mitte 30 noch nicht aufgegeben haben.
      Ich möchte nur sagen das sie wenn sie jemanden zum Reden/austauschen immer noch brauchen ich bin da und würde ihnen gerne helfen.

      Lg Emma

  2. Hallo Naomi,
    Natürlich steht dieses Blog noch. Worum geht es denn?

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  3. PS
    ich finde diesen Blog echt gut man ist nicht an nen Psychologen gebunden und persönliche Erfahrungen sind einfach besser! ich würde mich sehr auf eine baldige antwort freuen!:) lg naomi

  4. Dieser Artikel hat mir das Gefühl gegeben, allein aufgrund der Tatsache dass ich in schuldgefühlen untergehe, ein schlechter Mensch zu sein. Danke für ein noch geringeres Selbstbewusstsein.

    • Hallo Nicole,
      für Ihr Selbstbewusstsein ist niemand anderes zuständig als Sie selbst. In Ihrer inneren Welt sind Sie der einzige Denker. Es ist nicht mein Artikel, der Ihnen ein geringeres Selbstwertgefühl vermittelt, sondern Ihre eigene innere Überzeugung, Ihre eigene Bewertung des Inhaltes und das, woran Sie wirklich glauben. Wenn Sie Schuldgefühle haben, sollten Sie sich damit auseinandersetzen und diese negativen Gefühle durch andere bessere ersetzen.

      Herzlich Grüße
      Anja Maschlanka

  5. Mir geht es gerade ziemlich schlecht bzw ich höre mich selbst immer häufiger sagen: Ich kann nicht mehr!
    Ich habe eine kleine Tochter, bin voll berufstätig und verarbeite immer noch die Trennung zum Vater.
    Zusätzlich habe ich hier, in der Großstadt in der ich lebe kaum Unterstützung von außerhalb. Meine Familie (Oma,Opa) wohnt sehr weit weg, der Vater meiner Tochter hat sich leider während der Trennung kaum um das Kind gekümmert , dass sich inzwischen weigert bei ihm zu übernachten bzw komplette Tage mit ihm zu verbringen, dh der Vater holt sie momentan unter der Woche 2 x aus der Schule ab und bringt sie um 19 Uhr wieder zu mir zurück. Meist immer hungrig, so das ich ihr noch etwas zum Abendessen vorbereiten muss, dh. ich kümmere mich jeden Tag um das Essen und zu Bett gehen, ich habe die kompletten Wochenende und nie Zeit etwas anderes zu tun. Hobbys die ich hatte musste ich bei der Trennung aufgeben. Die Tage an denen mein Kind vom Vater abgeholt wird sitze ich auch jedesmal länger im Büro, nutze die Zeit alles liegengebliebene abzuarbeiten, aber auch um mich finanziell so gut wie es geht abzusichern.
    Natürlich bekomme ich Unterhalt für das Kind, aber es reicht ansonsten leider vorne und hinten nicht.
    Zu der ganzen Last und der Verantwortung die auf meinen Schultern liegt, ist für mich das schwerste, dass ich es nicht schaffe die Trennung zu meinem Ex Partner zu verarbeiten. Natürlich hatten wir auch unsere Probleme, aber nach 8 Jahren vermeintlicher großer Liebe und dem Wunschkind hat er sich sehr plötzlich mit sehr verletzenden Worten verabschiedet. Hat meiner Tochter seine neue Partnerin vorgestellt und ist jetzt sogar, alles in Zeitraum eines 1/2 Jahres, mit der neuen zusammengezogen.
    Gestern hat er den Zusammenzug unsere Tochter verkündet mit gemeinsamen Schokokuchen backen, mit der neuen tollen Frau, in der neuen tollen Wohnung, mit der neuen tollen Familie. Nicht nur der Verlust meiner Liebe und meines engsten Vertrauten schmerzt, sondern das Gefühl das die letzen Jahre völlig umsonst waren, das ich meine Zeit nur vergeudet habe. Dass ich völlig falsch lag, als ich dachte ich würde ihn kennen und immer noch bewege ich mich in dieser Unfassbarkeit die diese Trennung mit sich gebracht hat, wie sich ein Mensch so ändern kann bzw sich völlig ohne Respekt nach so langer Zeit, wichtigen Momenten und Ereignissen verhalten kann. Ich fühle mich ganz einfach sehr billig ersetzt, so als hätte er ein Foto von der neuen, tollen, besseren Frau, über mein Gesicht, über unser Leben geklebt. Mich schmerzt das alles sehr und ich weiß nicht was ich tun kann damit dieser Schmerz endlich aufhört. Er hört einfach nicht auf… und ich merke wie sehr ich abbaue und das ich es inzwischen auch mein Kind damit belaste…. Das ist nicht gut

  6. Liebe Verena,

    im Medizinsystem liegt einiges im Argen. Es braucht Menschen wie Sie, die das erkennen! Ihre selbstzufriedenen Kollegen werden wohl kaum zur dringend notwendigen Verbesserung der Situation beitragen. Es ist sehr wertvoll, dass Sie die Misstände erkennen und noch dabei sind, auch wenn es hat ist. Es ist oft hart, die Realität zu sehen wie sie ist, insbesondere, wenn man gerade daran nichts ändern kann. Neunmalkluge Ratschläge machen das dann oft noch schlimmer, weil sie suggerieren, dass man etwas ändern könnte, wo nur Resignation zur Auswahl steht. Was nach Ihren Schilderungen sicher nicht Ihr Weg ist. Ich denke, Sie sind auf dem richtigen Weg! Sicher sehr belastend für Sie, aber immerhin mit Ihrerm Gewissen vereinbar. Machen Sie Ihre Facharztprüfung und versuchen Sie, sich in eine Richtung zu bewegen, in der Sie wirksam sein können. Das ist sicher nicht einfach und wenn ich ein Patentrezept hätte, würde ich es Ihnen mitteilen, aber ich suche selbst noch. Ich kann Ihre Verzweiflung so gut verstehen, mir geht es ebenso und ich zweifle fast ständig an meinem Weg. Insofern tut es gut, von anderen Suchenden zu lesen, die auch nicht bereit sind, sich mit Resignation für Ihre persönliche Entspannung zufrieden zu geben. Menschen wie Sie ändern die Dinge am Ende oft zum Besseren! Wenn sie dranbleiben und es irgendwie dabei schaffen, sich selbst über Wasser zu halten. Stolz und das Wissen, in die richtige Richtung zu gehen sind dabei oft sehr hilfreich. Vielleicht könnten Sie sich am Rande die ein oder andere Erleichterung schaffen, wie Putzfrau etc., damit Sie und Ihr Partner sich am Wochenende nicht noch mit solchen Nebensächlicheiten stressen müssen, wenn Sie sich bewusst werden, an welch wichtigen Dingen Sie arbeiten und dass Sie sich Entlastung verdient haben, wo es nur geht!
    Ich hoffe, Sie kriegen das hin und Ihr Einsatz zeigt irgendwann Früchte, für Sie, Ihre Familie und Ihre Patienten, so wie sie es sich sicher irgendwann einmal gewünscht hatten!

    Viele Grüße
    Birgit

  7. Wonach genau suchen Sie denn? Es ist egal wie alt man ist, Veränderungen sind in jedem Alter möglich.

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  8. Hallo Sabrina,
    was genau verstehen Sie denn unter Hölle? Was macht Sie traurig? Was ist die Ursache dafür, dass Ihre Nerven blank liegen? Was genau müsste denn in Ihrem Leben anders sein, dass es Ihnen gefällt und der Himmel auf Erden ist?

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  9. Ich kann enfach nicht mehr, meine Leben ist die reinste Hölle. ich hase mein leben und allle was dmit verbunden ist. seit meiner Kindheit leide ich – ich kenne das leben nur von der traurigen seite- eine schwere kindheit und jetzt auch noch all die traurigkeit, einsamkeit… ich kriege es niht mehr hin. meine nerven liegen blank, ich bin am ende. strben ill ch nicht aber leben kann ich auch nicht.

  10. Liebe Verena,
    haben Sie schon einmal über einen Wechsel in die öffentliche Verwaltung nachgedacht? Bei vielen Stadtverwaltungen werden händeringend Ärzte für die Gesundheitsämter gesucht. Die Arbeitszeiten sind hier ganz klar geregelt, es ist auch Teilzeit möglich. Die Bezahlung ist jedoch schlechter als in den Krankenhäusern, weswegen es immer schwierig ist Personal zu finden. Da Sie jedoch schreiben, dass Sie finanziell in der Lage sind auch weniger zu verdienen, lohnt es sich vielleicht, darüber nachzudenken.
    Viele Grüße
    Katrin

  11. Hallo Verena,
    ich hatte gehofft, dass es irgendetwas in Ihrem Beruf gibt, was Sie fasziniert oder was Sie gern machen – Etwas worauf Sie sich jeden Tag wenigstens ein bisschen freuen. Aber anscheinend ist das nicht so. Ich will hier nicht versuchen, Sie von Ihrem Beruf abzubringen – wir brauchen Ärzte, aber wollen Sie das wirklich die nächsten vierzig Jahre so durchziehen?

    Macht es für Sie wirklich Sinn weiter für eine Facharztprüfung zu lernen – völlig emotionslos, ohne Ziel? Nur weil Sie einmal damit angefangen haben? Gibt es nichts anderes von dem Sie sagen, damit würde ich gern meine Zeit verbringen?

    Sie schreiben, dass die Behandlung Ihrer Patienten zum größten Teil der Behandlung irgendwelcher Nebenwirkung gewidmet ist. Es gibt ja auch einige Alternativen wie beispielsweise TCM oder Chiropractic … Interessiert Sie vielleicht im alternativen Bereich irgendein Gebiet? Macht es vielleicht Sinn in diese Richtung nachzudenken?

    Aus meiner Erfahrung mit Ärzten und Krankenhäusern muss ich sagen, dass ein Großteil des funktionierenden Betriebes von den Führungskräften abhängt. Wenn die Führung nicht passt, dann gibt es erhebliche Probleme.

    Ich hatte vor Jahren auch mal das Pech mehrmals hintereinander ins Krankenhaus zu müssen. Ich habe mich ganz bewusst für ein spezielles Krankenhaus entschieden, nachdem ich verschiedene (leider nicht so gute) Erfahrungen auch in anderen Häusern gemacht habe.

    Die Station auf der ich mich damals befand, wurde von einem Professor geführt. Dieser Professor hat seinem Team „eingetrichtert“, dass keiner der Patienten freiwillig dort ist und sich die Krankheiten bzw. Beschwerden ausgesucht hat. Das Stationspersonal war durch diese Führungskraft so aufgestellt, dass jeder sein Bestes gab und ein freundliches, verständnisvolles Miteinander an der Tagesordnung war. Natürlich waren auch dort die Ärzte und Schwestern den ganzen Tag am Rotieren, aber sie waren ALLE nett und freundlich – immer!

    Ab und zu kam es auch auf dieser Station vor, dass sich Patienten beschwerten. Dann wurde sofort die Oberschwester in Bewegung gesetzt, die dann die Aufgabe hatte, alle Zimmer abzuklappern, um heraus zu finden, ob es noch mehr Beschwerden gab. So war es dem Prof. möglich herauszufinden, ob das Problem wirklich durch sein Personal verursacht wurde oder ob vielleicht der Patient überempfindlich war – so etwas soll es ja geben.

    Fest steht, wenn es des Öfteren Beschwerden über Ihre Station … gibt, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Etwas dran. Ich persönlich habe Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass Sie es fertig bringen in Ruhe, mit viel Verständnis und Empathie auf Ihre Patienten einzugehen, wenn Ihnen alles über den Kopf wächst. Sicherlich ist ein Arzt kein Gott, aber wir haben eben immer die Wahl wie wir in verschiedenen Situationen reagieren und wie viel Zeit wir uns für andere Menschen nehmen, um Ihnen bestimmte Sachverhalte zu erklären, Alternativen anzubieten …

    Vielmehr als die Fachkompetenz wiegt die Sozialkompetenz. Sie können fachlich ein Genie sein, wenn Sie unfähig sind auf andere Menschen einzugehen, nützt Ihnen Ihr fachliches Können recht wenig. Umgekehrt können Sie fachlich hinter anderen zurück stehen, aber durch Ihre Sozialkompetenz die beliebteste, tollste und glaubwürdigste Ärztin sein.

    Die Menschen und die Umstände in Ihrem Krankenhaus bzw. in Ihrem Leben werden sich erst ändern, wenn Sie sich ändern bzw. etwas verändern. Und glauben Sie mir über sich selbst und das eigene Leben nachzudenken ist nie verschwendete Zeit – Sie brauchen daher kein schlechtes Gewissen zu haben.

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  12. Hallo,

    ich hatte tatsächlich ein paar Tage Urlaub, noch vom letzten Jahr, und als ich raus war aus der Arbeit, dachte ich, ich werde das irgendwie hinkriegen, mich besser organisieren, damit ich wenigstens pünktlich nach Hause kann und bei meinen Jungs sein kann. Eine halbe Woche ging es auch gut, aber jetzt ist alles wie immer.

    Ich weiß nicht, warum ich unbedingt Arzt werden wollte. Ich glaube ich habe mich nie wirklich nach etwas anderem umgesehen. Es war einfach immer klar. Eine gewisse Faszination, zu helfen und zu heilen ohne zu schneiden. Mit Medikamenten, bei denen man nicht sieht, wie sie wirken, ein bißchen das geheimnisvolle. Deshalb bin ich auch in die Innere gegangen. Und auch die Faszination, überhaupt erstmal eine Diagnose zu stellen, mit dem Kopf zu arbeiten, zu überlegen, ein bißchen Detektiv zu spielen. Naja, übrig ist nicht viel. Bei den Massen an Patienten, die ich so die Woche über sehe, ist alles mehr oder weniger Routine. Schwierige Fälle gehen an den Chef oder zumindest Oberarzt. Was mir früher nicht bewusst war, dass man den alten Leuten oft nicht mehr helfen kann, weil eines zum anderen kommt, weil man irgendwann nur noch Nebenwirkungen der medis behandelt.. Deshalb habe ich wohl auch selten Erfolgserlebnisse. Dazu kommt, die ständige Unzufriedenheit der Angehörigen. Beschwerdebriefe – bis jetzt glücklicherweise noch nicht über mich- aber über meine Station und unsere Abteilung, die ich aber trotzdem sehr persönlich nehme, die oft ungerechtfertigt sind. Und wir haben keine Chance uns zu wehren. Manchmal stehen sogar Kommentare in der Zeitung. Das motiviert eben nicht gerade.

    Mein Mann würde vielleicht als Handwerker Arbeit hier finden, aber die Welt wird so klein. Und mein Bruder, der Elektriker ist, ist oftmals die ganze Woche irgendwo anders, meistens ganz spontan, obwohl seine Arbeitsstelle eigentlich hier ist. Das wäre dann für uns noch weniger planbar als jetzt.
    Mein Mann ist sehr verständnisvoll, nimmt mir am Wochenende einen Großteil des Haushalts ab. Er hört mir auch zu, wenn ich mir den „Arbeitsärger“ von der Seele reden will. Aber dann will er immer gleich meinen Chef anrufen und um eine Aussprache bitten oder sich beschweren. Und das wäre mir unangenehm. Ich glaube, ich könnte dann nicht mehr hier weiter Arbeiten.

    Was auch sehr problematisch ist, sind viele meiner Kollegen, die das große Glück haben, dass es sie nicht stört, wenn die Arbeit liegen bleibt, wenn es immer mehr wird, wenn Angehörige sich beschweren. Meinen Chef kann ich selbst gar nicht mehr darauf ansprechen, weil er glaube ich selber kurz vorm dekompensieren ist. Immer wenn ich Dienst habe, muss ich noch die Routinearbeit von den anderen Stationen mitmachen, zumindest das was dringend ist, damit die Patienten versorgt sind. Viele meiner Kollegen interessiert das nicht. Sie meinen dann nur, dass ich schlechte Laune habe, was ja auch stimmt. Ich kann doch nicht noch so tun, als ob alles in Ordnung ist. Da bin ich ja gleich psychiatriereif. Aber ich bin tatsächlich nur noch am Meckern und das nervt mich selbst schon.

    Ich möchte einfach mal wieder ohne schlechtes Gewissen irgendwo einfach sitzen und nichts tun oder irgend etwas Schönes machen. In meinem Urlaub habe ich Frühjahrsputz gemacht, weil ja alles nur oberflächlich sauber war und ein bißchen versucht zu lernen, da war also auch nicht viel Zeit. Selbst jetzt, wenn ich dass hier schreibe, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich in der soviel anderes hätte erledigen können.

    Wo soll ich nur hin?

    Vielen Dank fürs zuhören.

    Verena

  13. Hallo Ines,
    es ist immer schwer, wenn wir für immer Abschied nehmen müssen. Wird ein Lebewesen geboren, steht mit seiner Geburt fest, dass es irgendwann sterben muss. Das ist letztlich der entscheidende Punkt, der unser Leben so wertvoll macht. Deshalb sollten wir die Zeit, die uns auf dieser Erde gegeben ist auch so nutzen, dass wir am Ende des Lebens zufrieden zurück schauen können und nicht den Fehler begehen die Chancen, die wir nicht genutzt haben nachzutrauern.

    Wenn Sie für Ihren Hund immer da waren und sich um ihn gekümmert haben, dann haben Sie alles getan, was Sie tun konnten. Angst haben Sie nur, weil sie nicht wissen, was Ihren Hund erwartet. Es steht nicht mehr in Ihrer Macht. Der Tod ist immer wieder ein Erlebnis, welches uns zeigt, dass unsere Fähigkeiten begrenzt sind.

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  14. Bin am Ende. Weiß nicht mehr weiter! Liebe meinen Hund über alles! Er wird am 10.05. 15 Jahre. Bin seit August 2011 ans Haus gefesselt. wenn ich raus gehe, weint er!
    Habe für sein Übergang über die Regenbogenbrücke schon alles geregelt. Heute ist mir komisch. es riecht nach Tot. Den gleichen Geruch hatte ich als unser Kater mit immerhin 21Jahre starb. Ich habe so eine Angst

  15. Wenn wir versäumen Prioritäten im Leben zu setzen, verlieren wir schnell die Orientierung und lassen uns „fremd bestimmen“. So wie es möglich ist von anderen suggeriert zu bekommen, dass wir mehr leisten sollen, so ist es auch möglich die Suggestion einzusetzen, um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und das Gefühl zu entwickeln, dass wir unser Bestes geben. Jeder kann nur sein Bestes geben – mehr ist nicht möglich. Wenn das für den Job nicht reicht, dann ist die Zeit gekommen über Veränderungen nach zu denken. Auf diesem Blog habe ich über die Kraft und die Anwendung der Autosuggestion bereits geschrieben.

    Es freut mich, dass Sie es geschafft haben die Reißleine zu ziehen. Wahrscheinlich haben Sie bemerkt, dass Ihr Leben auf diese Art und Weise nicht weiter durchführbar ist. Immer wenn das Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung ins Ungleichgewicht rutscht, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann wir ausgebrannt sind, das Gefühl haben „Ich kann nicht mehr“ oder uns wertlos fühlen.

    Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie aus dieser Erfahrung gelernt haben, dass es nicht nötig ist allen und jedem gerecht zu werden. Letztlich zählt nur der eigene Maßstab. Vielleicht beginnen Sie Ihr Leben so einzurichten, dass vor allem Sie zu Ihrem Recht kommen. Nämlich Ihr Leben nach Ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.

    Womöglich nehmen Sie Ihre Partnerin an die Hand und machen ausgedehnte Spaziergänge. Bewegung baut Stress ab und setzt Endorphine frei. Die Folge: Sie fühlen sich glücklich. Vielleicht besorgen Sie sich ein Trampolin und springen täglich 30 Minuten darauf rum. Es macht nicht nur wahnsinnig viel Spaß, sondern fördert alle Muskeln und das Gehirn enorm, wie kaum eine andere Sportart. Ist sehr effektiv. Vielleicht melden Sie sich bei einem Zumba Kurs an. Macht auch mit der Partnerin einen riesen Spaß. So kann Erholung einen festen Platz im Leben finden. Es gibt Besseres als den Burn Out.

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  16. was soll ich sagen….ich bin ausgebrannt….mein job forderte mich oft mehr als ich geben konnte…..
    schuldgefühle , dass ich nicht das schaffen konnte was ich sollte……..wie schaffen die das einem zu sugerieren, dass man mehr tuen muß???????
    irgend wann habe ich die reißleine gezogen…….auch weil sich die familiäre situtation zuspizte…..musste noch die pflegevollmacht für meinen vater erfüllen(was ich gerne mache)…..
    mein bruder…ein langes kapitel kümmert sich überhaubt nicht…
    meine, wie sagt man so schön, lebensabschnittspartnerin, steht zu mir……..aber ihre mutter ist auch sehr anstrengend….altersdepression…usw…..
    ich hatte nen kompletten zusammenbruch….und habe mich in eine psychatrische einrichtung eingewiesen…….
    bin da ohne medikamente zu ruhe gekommen…..mich selber wieder gefunden……..
    gelassenheit gerlernt…..passieren lassen……..es eht nicht immer, aber ich versuche es

  17. Liebe Verena,
    Danke für die offenen Zeilen. Ich habe nach Ihrem ersten Kommentar auch auf Arzt oder Selbstständigkeit getippt. Ansonsten kommt kaum einer auf diese Masse der Stunden.

    Ich denke wir sind in sofern einer Meinung, dass der Dreh- und Angelpunkt die Arbeit bzw. die Arbeitszeit ist.

    Sie schreiben, dass Ihnen Ihre Arbeit nicht wirklich irgend etwas bedeutet. Darf ich fragen, warum Sie sich für diesen Job entschieden haben? Was war Ihre Motivation Ärztin zu werden? Ich hoffe es war nicht die Schwarzwaldklinik oder Professor Brinkmann 😉

    Was ist heute von Ihrer einstigen Vision übrig? Ist es immer noch das, was Sie wollen? Warum sind Sie nicht von dem begeistert was Sie da jeden Tag tun? Welche Vorteile bietet Ihnen Ihre Arbeit? Was macht Ihren Job für Sie anziehend, was gefällt Ihnen am Besten? Hat Ihr Job attraktive Seiten? Denken Sie in Ruhe darüber nach, welche positiven Aspekte in Ihrem Job vorhanden sind?

    Vielleicht finden wir eine Lösung, wenn wir „zusammen“ nachdenken.

    Den Ansatz einen Tag ganz zu Hause zu bleiben, finde ich sehr gut. Es würde für Sie auf jeden Fall schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung sein und ein wenig Entlastung bedeuten.

    Findet der Vater Ihrer Kinder in der Nähe Ihres Wohnortes keine Möglichkeit genug Geld zu verdienen oder eben so viel, dass es für den Lebensunterhalt reicht, wenn Sie der Hauptverdiener sind? Sie könnten dann in Schichten arbeiten, was, wie Sie schreiben für Sie vorteilhafter wäre.

    Ich finde es natürlich gut, dass Sie auch über die Situation der anderen nachdenken. Fakt ist jedoch, die anderen sind alt genug und können sich selbst um ihr Leben kümmern. Lassen Sie den anderen die Freiheit ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, so wie Sie es auch tun. Sie sind nicht der liebe Gott und für die ganze Welt zuständig!

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  18. Hallo Anja, vielen Dank für die Antwort. Ich frage mich selbst, warum ich soviele Stunden arbeite, aber mein Dienstplan gibt es mir so vor. Ich bin Ärztin und habe einen Vertrag für 40 Stunden. Aber bei ein bis zwei 24 Stunden-Diensten pro Woche, in denen auch fast rund um die Uhr Arbeit anfällt, kommt man eben auf diese Zahl. Ich habe wegen meiner Kinder eine zeitlang Teilzeit gearbeitet. Da war es noch schlimmer. Ich war zwar ein paar Tage die Woche nachmittags früher zu Hause. Aufgrund des Ärztemangels haben wir jedoch nicht mehr Personal gehabt, so dass die Arbeit die gleiche war. Ich habe dann automatisch mehr Überstunden gemacht, und die sind mir dann gestrichen worden, weil es bei uns eine Kappungsgrenze gibt. Deshalb bin ich dann wieder auf Vollzeit gegangen. Wenn ich die Arbeit liegen lasse, macht sie kein anderer, es türmt und türmt sich und ich muss mich noch mehr als jetzt schon mit unzufriedenen Patienten, Angehörigen und Hausärzten rumärgern. Es ist auf keinen Fall ein finanzielles Problem auch nicht wenn ich Teilzeit arbeite. Aber letztendlich bin ich der Hauptverdiener und ganz aufhören kommte deshalb nicht in Frage. Auch wenn ich vermutlich (lange Zeit) ohne meine Arbeit leben könnte.
    Nur mal angenommen ich gehe auf 75% Teilzeit, dann wäre ich geschätzt immer noch 50 – 60 Stunden an der Arbeit. An einen Arbeitsplatzwechsel habe ich gedacht, aber der wäre mit einem längeren Anfahrtsweg verbunden, außerdem arbeiten die umliegenden Krankenhäuser im Schichtdienst was zwar prinzipiell besser ist, was ich aber nicht kann, weil meine Kinder dann wochenweise woanders untergebracht werden müssten. Ein Umzug kommt auch nicht infrage, weil ich zur Zeit noch Unterstützung durch meine Eltern habe, die die kInder zum Beispiel versorgen, wenn ich 24-Stunden-Dienst habe. Mein Mann möchte auch nicht, dass wir an seinen Arbeitsplatz umziehen, u.a. weil wir gebaut haben und weil er sich dort nicht wohlfühlt und dort nicht leben möchte.
    Ich denke für mich persönlich schon, dass ich in meinem Job vieles richtig mache, alles richtig zu machen ist eben eine Illusion, aber in der Medizin gibt es wohl immer verschiedene Meinungen und meine Vorgesetzten habe da häufig eine andere und sagen mir natürlich auch nicht, wenn mir mal was gut gelungen ist. Auch von Seiten der Patienten bekomme ich sehr selten nur eine positive Rückmeldung, was aber wohl auch nicht an mir liegt, sondern an den Möglichkeiten die die Medizin bietet und die wir in unserem Haus aber teils nicht umsetzen können, so dass der Anspruch der Patienten höher ist als es eigentlich realistisch ist.

    Meine Kinder sehe ich meist nur Abends. Wir kuscheln jeden Abend. Wir liegen bei meinem Großen im Bett alle drei und ich lese vor. Der kleine bekommt zwei bis drei Bilderbücher oder Lieder, je nach Wunsch, mit dem großen kann man schon Bücher lesen, zuletzt“Das kleine Gespenst“ oder „Michel“. Das ist die schönste Zeit des Tages. Dann beten wir und ich bringe den kleinen in sein Bett und gehe dann nochmal kurz zu dem Großen. Anschließend versuche ich noch etwas im Haushalt zu machen oder noch etwas für die irgendwann anstehende Facharztprüfung zu lernen. Spielen oder toben gibt es selten. Mein Mann spielt am Wochenende mit den Kindern und im Garten spielen sie mit den Nachbarkindern. Aber ich verpasse das alles.#

    Ja, natürlich lege ich alleine fest, was mit meiner Lebenszeit geschieht. Aber wie komme ich da raus. Umziehen kommt wie gesagt nicht in Frage, ein neuer Job frühestens nach dem Facharzt. Außerdem komme ich dann wohl vom Regen in die Traufe, auch bei einer Niederlassung hätte ich überdurchschnittlich hohe Arbeitszeiten und zusätzlich noch als mein eigener Herr den ganzen finanziellen Teil. Teilzeit sicherlich, dass werde ich auch machen, muss mir nur überlegen, wie ich es mit meinem Arbeitgeber regele. Am günstigsten wäre wohl, jede Wochen einen Tag frei oder so, statt jeden Tag eher gehen, was sowieso nicht funktioniert. Was anderes fällt mir nicht ein. Das macht es ja so frustrierend.
    Ähnliche Gedanken wie Sie schreiben habe ich mir gemacht, gerade darüber, was ich wohl rückwirkend über diese Zeit denken werde. Wie gesagt, die Arbeit bedeutet mir wenig. Es wäre vielleicht anders, wenn ich wie gesagt ab und zu mal ein Erfolgserlebnis haben würde. Ich mache sie, damit ich nicht noch mehr Ärger habe und ich kann keine Arbeit liegen sehen, so bin ich wohl erzogen worden (Das ist nicht negativ gemeint, ich habe sehr liebe Eltern.) Ich war schon ein paarmal kurz davor, eine ehemalige Kollegin zu bitten mich ein oder zwei Wochen krank zu schreiben, damit meine Rückenschmerzen und dieses Erschöpfungsgefühl verschwinden und ich mir Gedanken machen kann, was wird. Aber dann tun mir meine Kollegen leid, die meine Arbeit dann auch noch abfangen müssen und die in der gleichen Situation stecken nur eben nicht die Woche über alleinerziehend sind.
    Vielen Dank für die Antwort. Es tut gut, dass es jemanden interessiert in welchem Dilemma ist stecke.
    Viele Grüße

    Verena

    • Ich habe sehr genau gelesen und kann dich sehr gut verstehen. Meine Situation ist die gleiche, nur im beruflichen Sektor Pädagogik und Integration. Ich denke unsere Gesellschaft wird durch ihren Leistungsanspruch, gepaart mit der Entwicklung der neuen Medien und der Welt umspannenden Informationsmöglichkeiten, den seelischen und menschlichen Umstand vernachlässigen. Ich bin in Überlegungen diesen „Teufelskreis“ zu durchbrechen. Bis jetzt habe ich noch keine Lösung gefunden, die meine Familie schützt oder nicht im Leben benachteiligt, wenn ich für mich glücklich lebe. Ich muß Lernen ein Egoist zu werden. Du eigentlich auch, sonst wirst du krank. Der Rücken ist ein Spiegel der Seele und Psyche. Du hast schon die Rückenschmerzen, ich auch.
      Ich wünsche Dir, daß Du eine Lösung findest.
      Liebe Grüße
      Wolfgang

  19. Liebe Verena,
    wenn der Stress alles überdeckt, läuft irgend etwas schief in Ihrem Leben. Sie arbeiten 70 Stunden in der Woche!!!
    Frage: Warum? Worin besteht Ihr Antrieb? Was genau ist Ihr Ziel? Wollen Sie sich ein Schloss kaufen? Sind Ihre Ansprüche so hoch, dass Sie so viele Stunden in der Woche arbeiten oder ist Ihr Stundenlohn so gering, dass Sie mit weniger Stunden Arbeit kaum Ihre Kinder ernähren können? Wenn Sie letztlich das, was Sie mit Ihrer Arbeit erschaffen nicht genießen können, worin besteht dann der Sinn dieser Aktion?

    Sie betreuen wochentags Ihre Kinder allein. Wann machen Sie das? Wie viel Zeit bleibt Ihnen, sich mit Ihren Kindern zu beschäftigen? Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihren Kindern gespielt, gekuschelt, eine Geschichte vorgelesen, rumgetobt …?

    Wenn Sie Ihre Kinder wochentags allein betreuen, gehe ich davon aus, dass der Vater der Kinder am Wochenende zu Hause ist. Vielleicht leben Sie getrennt, weil Ihr Partner auf Montage ist? Wäre es vielleicht möglich durch einen Umzug ein geregeltes Familienleben zu führen, wo Ihr Partner Sie bei der Erziehung Ihrer Kinder besser unterstützen kann? Würde diese Maßnahme eine Entlastung für alle Beteiligten bringen?

    Wenn Sie in Ihrem Job höchst selten etwas richtig machen, dann könnte es damit zusammen hängen, dass Sie bereits gar nicht mehr leistungsfähig sind. Dass Sie in Ihrem Job ALLES richtig machen, würde bedeuten, dass Sie nicht arbeiten.

    Kein Mensch macht IMMER ALLES richtig. So etwas gibt es nicht. Wo gehobelt wird, fallen Späne und wer arbeitet macht auch Fehler. Es geht nicht darum ALLES RICHTIG zu machen. Es geht darum Glücksmomente im Job zu erleben, wo Sie das Gefühl haben, dass Ihnen etwas besonders gut gelungen ist. Ich weiß, dass Anerkennung in Deutschland eher eine Seltenheit ist. Hier zu lande ist es schon eine Auszeichnung nicht kritisiert zu werden, was ich sehr bedauerlich finde.

    Liebe Verena, auch wenn es für Sie vielleicht hart klingt; Tatsache ist, dass Sie 70 Stunden in der Woche arbeiten, weil Sie irgendwann mal „ja“ dazu gesagt haben. Tatsache ist, dass Sie zwei Kinder haben, weil Sie sich dafür entschieden haben. Tatsache ist, dass Sie Ihre Kinder wochentags allein betreuen, weil Sie sich an irgend einer Stelle damit einverstanden erklärt haben. Sie allein legen fest, was mit Ihrer Lebenszeit geschieht – niemand sonst. Sie sind die Einzige, die das, was nicht passt, ändern kann. Niemand anders kann das für Sie übernehmen!

    Wenn jetzt eine Katastrophe ausbrechen würde, was würden Sie versuchen zu retten? Ihren Schreibtisch? Was ist Ihnen das Wichtigste im Leben? Worin liegt für Sie die oberste Priorität?

    Wenn Sie sich für eine Sache entscheiden und auf alles andere verzichten müssten – wofür würden Sie sich entscheiden? Für Ihre 70 Stunden Arbeitsstunden pro Woche? Denken Sie in Ruhe darüber nach. Wenn Sie keine Zeit haben, dann versuchen Sie vorm Einschlafen darüber nachzudenken. Stellen Sie sich die Fragen, die Sie nicht beantworten können immer und immer wieder. Ihr Unterbewusstsein arbeitet Tag und Nacht und wird Ihnen über kurz oder lang die Antworten liefern.

    Wenn Sie Ihr Leben so weiter führen, wie jetzt, ist es nur eine Frage der Zeit, wann Sie ausgebrannt sein werden. Sie werden dann mit hoher Wahrscheinlichkeit das Gefühl entwickeln nichts wert zu sein. Ängste werden sich breit machen und die Depression wird Sie einholen. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Der Preis, den Sie zahlen ist enorm hoch – das ist es wirklich nicht wert.

    Eine australische Sterbebegleiterin hat vor Kurzem veröffentlicht, was Menschen im Leben schwer bereuen, wenn Sie alt sind und die Lebensuhr abgelaufen ist. Machen Sie nicht die selben Fehler. Sie können das Blatt jeder Zeit wenden, vergessen Sie das nie. Lesen Sie hier, was Menschen kurz vor ihrem Tod bereuen.

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  20. Ich versuche mich an kleinen Dingen zu freuen, aber was wenn der Stress alles überdeckt. Und wie soll ich die Wintersonne genießen, wenn ich jede Woche 70 Stunden arbeite und gar keine Sonne sehe?????? Was soll ich machen, wenn keine Zeit über meine Situation nachzudenken??? Und bei dem Job und zwei kleinen Kindern, die ich wochentags alleine betreue bleibt keine Zeit für mich.
    Und in meinem Job hat man höchtst selten alles richtig gemacht ebensowenig in der Kindererziehung, sprich, dieses Gefühl hatte ich noch nie.

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