Eskapismus, Vermeidungsverhalten

 

Eskapismus – Vermeidungsverhalten vermeiden

 

Eskapismus ist eine Art Vermeidungsverhalten. Eskapismus löst bei vielen Menschen Beklommenheit, Unruhe und Besorgnis aus. Die Gefühle rebellieren – es macht sich Missmut breit. Der innere Widerstand, den wir durch Eskapismus verspüren hat jedoch Ursachen. Finden Sie die Quelle für Ihr Vermeidungsverhalten. 

 

Eskapismus hat viele verschiedene Strukturen

 

Wie sieht Ihr Leben jetzt in diesem Augenblick aus? Gibt es etwas vor dem Sie ständig auf der Flucht sind? Gibt es etwas, was Sie immer wieder verschieben, weil Sie die Konfrontation vermeiden wollen? Vielleicht in Ihrem Job? In Ihrer Beziehung? In Bezug auf Ihre Gesundheit? Ihre glanzlose finanzielle Situation? Was ist mit Ihren Zielen, Sehnsüchten, mit Ihrer Vergangenheit, Ihren Aufgaben … ?

Eskapismus ist von unterschiedlicher Beschaffenheit und macht sich in vielen Formen bemerkbar. Einige Menschen flüchten vor der Realität durch Schlafen oder Spielen. Andere vergraben sich in ihrer Arbeit. Manche versuchen sich zu betäuben in dem sie Unmengen an Essen in sich hinein stopfen, rauchen, trinken, Tabletten schlucken oder andere Drogen konsumieren. Etliche Menschen irren umher und können sich nicht aufraffen nach Hause zu gehen. Einzelne flüchten auch ganz aus ihrem Umfeld und geben alles auf um irgendwo anders völlig neu anzufangen.

Viele verschiedene Menschen versuchen vielen verschiedenen Dingen zu entkommen. Durch Eskapismus werden jedoch Ängste, Leiden, Schmerzen, Vergangenheit, Enttäuschungen und was es sonst noch alles gibt immer weiter lebendig gehalten.

So lange Sie Ihr Vermeidungsverhalten aufrecht erhalten, so lange werden Ihre Wunden nicht behandelt. Deshalb wird Sie der Schmerz immer wieder einholen und weiter Unruhe in Ihrem Kopf verbreiten. Durch Eskapismus erreichen Sie stets nur eine Verschiebung Ihres Krisenherdes, der munter vor sich hin lodert bis er das nächste mal explodiert.

 

Eskapismus schränkt die Lebensqualität ein

 

Es gibt sehr viele Menschen, die sich dem öffentlichen Leben entziehen, weil es ihnen an gesundem Selbstvertrauen mangelt. Sie igeln sich ein, leben trist und einsam – ohne Höhepunkte.

Andere trauen sich in ihrer Arbeitswelt nicht vorwärts, weil Sie Angst vor Ablehnung haben oder glauben für bestimmte Aufgaben nicht gut genug zu sein. Statt der eigenen Intuition zu folgen und ein kleines Risiko einzugehen, vermeiden sie alle Aktivitäten und arbeiten deshalb in einem Job, den sie nicht mögen, statt einer Arbeit nachzugehen, die sie lieben.

Menschen meiden Herausforderungen, weil sie Angst vor einem vermeintlichen Schmerz haben, von dem sie gar nicht wissen, ob er jemals eintreten wird. Der Leidensweg, den sie dafür in Kauf nehmen ist viel schlimmer.

Warum entscheiden Menschen immer wieder unter ihrem Niveau zu leben? Warum entscheiden Menschen weniger zu sein, als sie sein könnten, weniger zu leisten als sie leisten könnten, weniger zu haben als sie haben könnten … ?

Die einen pflegen ihren Eskapismus in Bezug auf ihre Vergangenheit – Sie möchten nicht daran erinnert werden.

Die Vergangenheit liegt jedoch hinter Ihnen – sie ist nicht mehr gegenwärtig – sie ist vergangen. Wer aus den Fehlern der Vergangenheit nichts lernt, wird diese Lektionen immer wieder auferlegt bekommen, bis er sie gelernt hat. Sie können Ihre Vergangenheit nicht ändern – Sie können aber sehr wohl Ihre Sichtweise darauf ändern – allerdings nicht wenn Sie die Konfrontation mit Ihrer Vergangenheit meiden. Arbeiten Sie Ihre Vergangenheit auf und haken Sie sie ab!

Andere pflegen ihren Eskapismus wenn es um die Lösung ihrer Probleme geht. Sie sind davon überzeugt, dass sie nicht die Kraft haben sie zu lösen. Statt den Fokus auf die Lösung zu legen, wird das Problem immer wieder analysiert. Dadurch ändert sich allerdings nichts. Einige Menschen haben es sich sogar zur Lebensaufgabe gemacht vor ihren Problemen zu fliehen. Dadurch wird das Leben unendlich schwierig.

 

Eskapismus – die Konfrontation mit den eigenen Grenzen

 

Egal wie Ihre Ziele und Wünsche aussehen – Sie werden immer wieder hier und da an Ihre eigenen persönlichen Grenzen stoßen. Das ist nicht schlimm – allen Menschen geht es so. Würden Sie nicht an Ihre Grenzen stoßen, dann könnten Sie nicht darüber hinaus wachsen.

Wichtig ist, dass Sie erkennen, dass sich Ihre Probleme und Aufgaben nicht durch Eskapismus in Luft auflösen, sondern dass Sie lernen Ihre Probleme und Aufgaben zu lösen und diese Hürden zu überwinden. Wiederholung führt zur Meisterschaft!

Üben Sie nicht Ihr Fluchtverhalten – bleiben Sie lieber stehen, halten Sie inne und schauen Sie der Realität fest ins Auge. Je länger Sie Ihre Probleme und Aufgaben „vermeiden“, desto größer und unübersichtlicher werden diese. Je größer der Berg sich auftürmt, desto mehr wächst der Widerstand in Ihnen.

Niemand kann Sie zwingen die Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen, wenn Sie beschlossen haben aufzugeben. In der Endkonsequenz sind Sie jedoch der alleinige Eigentümer Ihres Lebens und stehen sich nur selbst auf den Füßen. Sie schaden sich in erster Linie selbst.

Durch Ihr Vermeidungsverhalten meiden Sie zuallererst sich selbst.  Es ist ein Trugbild Ihrer eigenen Wahrnehmung von Ihrem Selbstbild, dass Sie von sich haben und von Ihren persönlichen Umständen. Sie gaukeln sich selbst etwas vor, was in der Realität nicht vorhanden ist.

Mit Eskapismus verewigen Sie unbewusst Ihre ungelösten Probleme und Aufgaben. Im Laufe Ihres Lebens tauchen diese von Ihnen selbst verewigten unerfreulichen Angelegenheiten immer wieder auf und konfrontieren Sie erneut.

 

Der Eskapismus und seine Tatsachen

 

Gibt es etwas in Ihrem Leben, was Ihnen immer wieder bitter aufstößt? Haben Sie bisher immer wieder versucht diesen Schwierigkeiten zu entkommen?

Eskapismus ist eine Art Abwehrmechanismus – der Versuch sich selbst zu schützen.

Sie müssen keine Professur gemacht haben, um zu wissen, dass Sie mit Ihrem Vermeidungsverhalten nichts lösen können und werden. Ihre Probleme, Sorgen, Befürchtungen, Ärger, Unbehagen … lösen sich durch „Eskapismus“ nicht in Luft auf. Es ist als ob Sie die Hände vor die Augen halten und glauben, wenn Sie niemanden sehen, sieht Sie auch keiner.  Nur weil Sie die Augen vor der Realität verschließen und so tun als wäre alles Bestens, bedeutet dies nicht, dass auch alles wunderprächtig ist – nein – das ist es nicht!

Sie können Ihre Probleme weg schlafen oder ertränken oder was auch immer Sie bevorzugen – aber wenn Sie wieder wach und nüchtern sind mit Ihren verschwommenen Erinnerungen – hat sich dann irgend etwas geändert? Diese Art der „Problemlösung“ löst kein einziges Problem!

Sie können für eine Weile das Gefühl der Erleichterung einblenden und erneut versuchen Ihr Problem auszutricksen – aber ganz ehrlich – wer bleibt am Ende auf der Strecke? Wer?

Sie können sich nicht ewig verstecken. Irgendwann sind Ihre ungelösten Angelegenheiten von einem gigantischem Ausmaß, die wie eine Lawine auf Sie zu rollen. Dann gibt es kein Entkommen mehr. Spätestens an dieser Stelle werden Sie sich Ihren ungelösten Aufgaben stellen müssen – dann haben Sie keine Wahl mehr.

Auch wenn Sie bisher immer erfolgreich fliehen konnten, werden Ihre ungeklärten Thematiken nicht auf wundersame Weise verschwinden. Sie werden weiterhin da sein. Sie werden Sie weiterhin begleiten und sie werden zu einem sich immer wiederholendem Muster in Ihrem Leben werden.

Jedesmal wenn eine ähnliche Situation entsteht und sich ähnliche Zusammenhänge auftun, denken Sie die selben Gedanken, meldet sich Ihr Unbehagen zurück. Ihr schlechtes Gewissen nagt an Ihnen, Ihre gute Laune ist im Keller, Ihre Gefühle fahren Achterbahn – immer und immer wieder – bis zu dem Tag, an dem Sie eine andere Entscheidung treffen und handeln.

Wenn Sie nicht handeln aus Scham- oder Schuldgefühlen, ist ein Teil Ihrer Selbst kleiner als Ihre unbewältigte Aufgabe und hält Sie in Ihrer Opferrolle gefangen. Um persönlich wachsen zu können, müssen Sie sich damit auseinandersetzen, warum Sie immer wieder zum Eskapismus neigen. Das ist sicherlich nicht einfach – aber es ist auch nicht unmöglich.

Die Frage, warum Sie immer wieder bestimmte Aufgaben vermeiden hält Ihnen den Spiegel vor’s Gesicht und wird Ihnen eine Menge Fakten liefern, die Sie bisher nicht geklärt haben.

Sie werden Mut, Stärke und Courage brauchen, um Ihr lange gepflegtes Trugbild auf den Kopf zu stellen und gerade zu rücken. Wichtig ist jedoch, dass Sie dran bleiben und sich nicht entmutigen lassen. Jeder noch so kleine Schritt ist Ihr persönlicher stiller Sieg.

Durch das Aufarbeiten der vielen unbewältigten Aufgaben werden Sie sich automatisch weiter entwickeln. Am Ende werden Sie größer sein als Ihre Probleme und sich aus Ihrer Opferrolle befreien. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, wann Sie der Herr der Lage sind und der Gewinner in Ihrem Leben.

Erst an dem Tag, wo Sie unverzagt und beherzt Ihren Eskapismus in die Verbannung schicken, wird Ihr Leben einfacher und weniger verkompliziert sein. Die Mühe ist es auf jeden Fall wert.

 


3 Kommentare

  1. Hallo Herr Jenkins,
    Eskapismus ist immer eine Flucht vor irgend etwas – ganz egal, ob Sie auf einem Bauernhof leben oder im Gefängnis. Eskapismus hat auch nichts mit etwas Krankhaftem zu tun, sondern mit Verantwortung für sich selbst und für alles, was man tut oder eben nicht tut. Es geht darum die Dinge anzupacken und so zu regeln, dass man mit sich selbst und der Welt zufrieden und glücklich ist. Im Gefängnis ist das sicherlich schwierig – da gebe ich Ihnen völlig recht.

    Herzliche Grüße
    Anja Maschlanka

  2. Für jemanden, der glücklich und zufrieden an einem Ort seiner Wahl lebt (z.B. Bauernhof) und seine Freiheit genießt, mag Eskapismus etwas Krankhaftes sein. Aber für jemanden, der im Gefängnis sitzt, ist Eskapismus die einzige Möglichkeit zur Flucht.

  3. Pingback: Moderner Eskapismus: Mythos oder Trend? – Black Life

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