Bedürfnisse für Wünsche opfern

Bedürfnisse für Wünsche opfern

Viele Menschen belügen sich gern selbst und opfern ihre Bedürfnisse für ihre Wünsche. Die langfristigen persönlichen Bedürfnisse werden auf die lange Bank geschoben, um kurzfristige Wünsche zu erfüllen, die sich über die Zeit als nachteilig erweisen. Persönliches Wachstum heißt also auch zu lernen sich selbst weniger zu belügen und nach den persönlichen Bedürfnissen zu leben.

 

Wir fühlen uns oft schlecht, nur weil wir uns schlecht fühlen

Wir sind häufig schlechte Richter wenn es um unsere eigenen Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse geht. Hier belügen wir uns schon gern selbst einmal aus anscheinend gutem Grund: Wir fühlen uns einfach besser.

Wenn uns dann die Wahrheit einholt, ist es immer wieder schmerzhaft sie zu akzeptieren. Unsere Lügen uns selbst gegenüber sind nur eine Selbsttäuschung. Sie haben jedoch eine tiefergehende psychische Bedeutung und deshalb lohnt es sich nicht, sich immer wieder selbst zu ent-täuschen.

Es gibt eine Reihe ähnlicher Muster, die jeder in irgendeiner Weise schon einmal genutzt hat, um sich selbst zu schützen. Hier sind einige Beispiele aufgelistet:

 

Wenn dies oder jenes wäre, dann wäre mein Leben optimal

Was genau ist dies oder jenes? Treffen Sie Ihre Wahl. Was genau müsste es sein? Ein(e) Partner(in), Sexualität, eine Gehaltserhöhung, ein neues Auto, ein Haustier ... ?

Natürlich wissen Sie tief in Ihrem Inneren, dass die Erfüllung eines einzigen Wunsches nicht Ihre Probleme für alle Zeit lösen kann und wird. Dieser "wenn ..., dann ..." Mechanismus ist so tief in uns verwurzelt, dass er immer wieder auftaucht und nie ganz verschwindet.

Der Zustand der Unzufriedenheit ist der Motor, der uns ständig antreibt. Wir sind bestrebt immer noch ein bisschen mehr zu bekommen, als wir bereits haben. Wir sind nie so ganz zufrieden und diese Unzufriedenheit sorgte letztlich unter anderem auch dafür, dass der Mensch bisher nicht ausgestorben ist.

Diese evolutionäre Strategie war einstmals ausgezeichnet. Heute ist es doch eher so, dass wir mehr haben als wir brauchen und dass wir das, was wir haben gar nicht mehr schätzen können. Kaum haben wir etwas geschafft oder erreicht, hecheln wir schon wieder etwas anderem hinterher. Wir haben verlernt dankbar zu sein und verbauen uns so selbst den Weg zum Glück.

Wir haben diesen "wenn ... dann ..." Mechanismus als ein starres Stück in unserer menschlichen Existenz verankert, an den wir uns immer wieder anlehnen mit unseren gewohnten Verhaltens- und Denkweisen. Wie können wir also diesem Mechanismus entgegen wirken?

Lernen Sie die Früchte Ihrer Arbeit zu genießen. Lernen Sie ebenso neue Herausforderungen zu genießen. Lernen Sie die Veränderung durch Ihre Ziele und das erreichen der selben zu genießen.

Das große Missverständnis in unserer "Selbsthilfe-Welt" ist, dass viele Menschen davon ausgehen, dass es falsch ist mit dem zufrieden zu sein, was sie haben und gleichzeitig an neuen Zielen zu arbeiten. Viele Leute sehen darin einen Widerspruch. Doch so ist es nicht. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Leben findet im Hamsterrad statt, dann sollten Sie sich darüber klar werden, was wirklich wichtig ist und einen Weg finden Ihren persönlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, als kurzfristigen Wünschen hinterher zu hecheln. Setzen Sie Prioritäten.

 

Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich ...

Ganz ehrlich - würden Sie dann wirklich? Sie wissen, dass es Unsinn ist nicht wahr? Entweder wollen Sie etwas tun oder nicht. Für all die Dinge, die Sie gern tun, finden Sie immer Zeit - auch für die unwichtigen.

Wir haben öfter Ideen, was wir alles tun könnten. Wenn es darauf ankommt aktiv zu werden, wissen wir nicht, ob wir tatsächlich in dieser Richtung aktiv werden wollen.

Menschen sagen, dass sie sich selbstständig machen wollen, dass sie ihre Muskeln trainieren wollen, dass sie abnehmen wollen, dass sie neue Sprachen lernen wollen, mehr Geld verdienen wollen, ihre Gesundheit verbessern wollen ... Aber in Wirklichkeit wollen sie es nicht. Denn wenn sie es wollten, dann würden sie sich die Zeit dafür nehmen und es auch tun.

Menschen die den ganzen Tag beschäftigt sind und keine Zeit für Ihre eigenen Bedürfnisse haben, haben ihre eigene Wahl für die Investition ihrer Zeit getroffen. Sie investieren Ihre Zeit immer in die Dinge, die Ihnen wirklich wichtig sind. Wenn Sie das, was Sie haben gar nicht anstreben, dann sollten Sie darüber nachdenken Ihre Zeit künftig anders zu verwenden.

 

Wenn ich sage oder tue, was meinen Bedürfnissen entspricht, halten mich die anderen für dumm

Diese Problematik ist eine der häufigsten Ängste. In Wirklichkeit ist es allerdings ein Problem der Selbstachtung. Es hat gar nicht so viel mit der Meinung anderer Menschen zu tun. Es ist reine Selbsttäuschung, die von der Unsicherheit getragen wird, dass wir selbst von uns glauben, nicht gut genug für bestimmte Dinge zu sein.

Die anderen Leute um uns herum sind mit sich selbst beschäftigt. Sie haben ihre eigenen Probleme zu lösen. Warum sollten sich andere den Kopf darüber zerbrechen, was Sie tun, sagen oder denken? Es kümmert die anderen im Alltag nicht.

Die Wahrheit ist also, dass Sie keine Angst davor haben, ob andere Menschen Sie für fähig halten oder nicht. Sie selbst sind davon überzeugt, dass Ihre Fähigkeiten nicht ausreichend sind und das ist der wahre Grund für Ihre Zurückhaltung. Andere Menschen wissen nicht, was Sie können oder nicht. Nur Sie wissen, wo Ihre Schwächen liegen und das hält Sie real davon ab, dass zu tun, was Sie wirklich wollen.

 

Wenn ich ... tue, wird sich der andere ändern

Vergessen Sie es! Sie können andere Menschen nicht ändern. Sie können nur sich selbst ändern. Es ist egal, was Sie für andere tun, Sie können nur das beeinflussen, was von Ihnen selbst ausgeht.

Halten Sie nicht an Personen fest, die Ihnen das Leben schwer machen. Lassen Sie solche Menschen einfach los. Wenn Sie irgendwelche Bedürfnisse verspüren anderen zu helfen, dann sollten Sie es immer unter dem Aspekt tun, dass Sie dafür keine Gegenleistung erwarten. Wenn Sie nichts von anderen erwarten, werden Sie nicht so oft enttäuscht. Also tun Sie in erster Linie das, was für Sie wichtig ist und verbiegen Sie sich nicht für andere Leute in der Hoffnung diese würden sich für Sie ändern.

 

Bedürfnisse opfern, weil alles kompliziert und schlecht ist

Ihre Welt und Ihr Leben sind so, wie Sie es sehen - nicht mehr und nicht weniger. Wenn Ihr Fokus auf das Negative im Leben ausgerichtet ist, wird Ihnen eine Menge davon begegnen. Wenn Sie sich auf das Positive im Leben konzentrieren, werden Sie ebenfalls eine Menge davon finden.

Ändern Sie, was Sie ändern können. Ändern Sie, was Sie stört und worauf Sie Einfluss haben. Schieben Sie nichts vor sich her, dann wird sich Ihr Leben drastisch vereinfachen. Viele Kleinigkeiten werden zu echten Problemen, wenn Sie nicht erledigt werden. Und irgendwann häufen sich die Probleme derart, dass Sie die Übersicht verlieren und aufgeben.

 

„Tue das Große solange es klein ist, denn alles Große beginnt als Kleines.“ (Laotse)

Bedürfnisse opfern, weil Sie glauben, Sie sind nicht gut genug

Opfern Sie Ihre Bedürfnisse nicht Ihrer persönlichen Verlegenheit, Unsicherheit oder Schüchternheit. Dass Sie nicht gut genug sind, ist eine Lüge an sich selbst. Sie beruht auf einer traurigen Nebenerscheinung der Gesellschaft von der Millionen von Menschen betroffen sind, die unweigerlich der Aufforderung nachkommen sich mit beliebigen sozialen Standards zu vergleichen.

Der Grundstein die eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen, wird bereits in der Kindheit gelegt. Es werden ständige Vergleiche getroffen wie beispielsweise wer intelligenter, hübscher, besser, stärker, schwächer usw. ist.

Durch diese Ursache, die wir gar nicht bewusst wahr nehmen entwickelt sich die Überzeugung, dass wir nicht gut genug sind - im Vergleich zu anderen. Wer aber will das wissen? Wen interessiert das? Jeder Mensch hat seine eigene Kombination aus Schwächen, Stärken, Fähigkeiten, Talenten ...

Vielleicht sind andere hübscher als ich, dafür können sie möglicherweise nicht schreiben oder rechnen, sind vielleicht nicht gesund, können wichtige Zusammenhänge nicht erkennen, denken bestenfalls bis zum Gartenzaun und treten auf der Stelle ...

Es bringt nichts sich mit anderen zu vergleichen. Es wird immer Menschen geben, die besser sind als Sie. Es wird aber ebenso immer Menschen geben, die schlechter sind als Sie. So ist es und so wird es immer sein. Warum sich mit dieser Tatsache belasten. Es geht allen Menschen so.

Vergessen Sie Vergleiche! Sie sind einzigartig, es gibt Sie nur einmal auf dieser Welt. Sie können sich nur an Ihrem eigenen Maßstab orientieren. Sie können nur vergleichen wie und was Sie im Laufe der Zeit besser machen.

Der Preis der Stabilität des sozialen Zusammenhaltes ist der Glaube und die Überzeugung, dass wir nicht gut genug sind, dass wir nicht fehlerfrei und liebenswert sind. Einige Menschen verinnerlichen die Überzeugungen mehr als andere, vor allem dann, wenn in der Vergangenheit größerer Fehler unterlaufen sind oder traumatische Ereignisse das eigene Leben begleitet haben.

Das Festhalten an der Überzeugung, dass Sie in irgendeiner Weise mangelhaft sind, untergräbt alles, was Sie denken und tun. Es sorgt für ein mittelmäßiges Dasein ein ganzes Leben lang. Warum wollen Sie diese Überzeugungen länger bei behalten? Warum sollen andere Menschen mehr geliebt, geachtet und erfolgreicher sein als Sie? Jeder Mensch ist unvollkommen.

Ändern Sie Ihre Überzeugungen, sonst werden Sie immer ein Opfer sein und Ihr Leben hat nur einen edlen kranken Zweck - es entwickelt sich zu einer Geißel.

Wenn Sie akzeptieren, dass wir alle von Natur aus liebenswürdig und gut genug sind für das Leben, das wir führen, dann müssen Sie auch akzeptieren, dass Sie das Recht haben Ihre Opferrolle aufzugeben und dass Sie das Recht haben etwas ganz Besonderes zu sein. Darin sollte Ihre Überzeugung zukünftig liegen - daran sollten Sie glauben.

Die meisten halten jedoch an dem Elend der Unzulänglichkeit fest und tragen es herum wie ein Abzeichen der Anerkennung. Es ist die einzige Identität die sie kennen und über die sie wissen, dass sie existiert. Wie Schade!

 

Ich würde ja etwas ändern, aber es geht nicht weil ...

In Ausreden sind wir alle sehr kreativ. In Wirklichkeit ist es aber so, dass wir gar nichts ändern wollen. Viele haben Angst etwas zu verlieren - der Reiz etwas zu gewinnen ist relativ schwach ausgeprägt. Mal ehrlich, wenn Sie ein Spiel spielen, spielen Sie dann um nicht zu verlieren oder um zu gewinnen?

Und wie ist es mit Ihrem Leben? Wenn Sie wirklich etwas verändern wollen, dann würden Sie es auch tun stimmt's? Wenn Sie es nicht tun, dann müssten Sie mit Ihrem Leben zufrieden sein.

Ihre Überzeugungen etwas nicht anzupacken sind in der Regel irgendwelche Ausreden, um sich in irgendeiner Weise zu rechtfertigen. Nicht mehr und nicht weniger. Statt die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, wird die Schuld gern irgendwo anders hin verschoben. Und so halten die meisten lieber an ihrer Anonymität fest und scheitern, anstatt dafür zu sorgen, dass sich ihre Welt tatsächlich bewegt.

Es ist völlig egal, was Sie alles tun wollen, worüber Sie ständig reden, was Sie glauben und hoffen  - solange Sie nicht ergebnisorientiert handeln, so lange wird Ihr Leben so bleiben, wie es jetzt ist. Sie haben die Wahl!

 

Ich kann nicht ohne ... leben

Glauben Sie mir, Sie können es. Nichts ist für die Ewigkeit geschaffen. Menschen passen sich schnell neuen Situationen an. Wenn Sie Ihr Leben genauer betrachten, erinnern Sie sich noch an die vielen kleinen und großen Dinge, die Sie unbedingt haben mussten? Was haben Sie alles dafür in Kauf genommen. Wie viel Zeit und Energie haben Sie investiert, um bestimmte Dinge zu besitzen?

Wenn ich mir überlege, was manche Leute für einen Aufwand betreiben, um als erster das neueste iPhone zu besitzen. Wie viele Menschen haben für das iPhone 4s vor den Stores ausgeharrt, um zuerst dieses Handy zu besitzen. Und heute? Wen interessiert das iPhone 4s noch? Heute haben es Tausende und es ist ein veraltetes Modell.

Ist es nicht mit vielen Dingen im Leben so, dass wir glauben wir könnten ohne ... nicht leben und wenn die Zeit ihren Lauf genommen hat, ist es Vergangenheit und uninteressant. Warum hecheln wir dann so vielen sinnfreien Dingen im Leben hinterher und glauben es unbedingt haben zu müssen. Sind diese Dinge wirklich so wahnsinnig wichtig? Sind es manche Dinge wert, dass wir uns so aufreiben?

In unserem Konsumwahn vergessen wir schnell, dass wir schon alles haben, was wir wirklich brauchen, sonst würden wir ja nicht überleben. Unsere Psyche reagiert auf alles, was angeblich unsere Bedürfnisse befriedigt und was wir alles brauchen, um glücklich zu sein. Aber brauchen wir das alles? Und vor allem sind wir dadurch glücklicher? Deutschland müsste doch das Land sein, was sich den ganzen Tag im Freudentaumel befindet oder?

Aber so ist es nicht. Zufriedenheit hat nichts mit Besitz und Konsum zu tun. Zufriedenheit kommt aus Ihrem Inneren. Es zählt gar nicht so sehr was Sie besitzen oder was Sie tun. Alles was für Sie zählt ist die Bedeutung, die Sie diesem Besitz oder Ihrer Aktivität zukommen lassen. Wenn bestimmte Dinge für Sie eine hohe Bedeutung haben, dann empfinden Sie sie als äußerst wertvoll.



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