Der Akrasia Effekt – Warum sind wir willensschwach?

Der Akrasia Effekt – Warum sind wir willensschwach

Der Akrasia Effekt besteht darin, dass wir gegen besseres Wissen handeln. Wir wissen, was wir tun müssen, machen aber etwas anderes. Akrasia ist so alt wie die Menschheit und hat im Laufe der Zeit nicht an Bedeutung verloren. Seit Jahrhunderten leiden Menschen an Prokrastination und werden einfach nicht immun gegen die Ablenkungen des täglichen Lebens. Akrasia ist zeitlos und immer modern. Man könnte auch sagen Akrasia ist ein Mangel an Selbstbeherrschung. Warum machen wir Pläne, legen Fristen fest und verpflichten uns unseren Zielen, denen wir dann nicht folgen?

 

Warum verbringen wir Zeit mit Planung - handeln aber nicht?

Eine Erklärung dafür, warum "Akrasia" unser Leben regiert kommt aus der Verhaltensökonomie und wird als Zeitinkonsistenz bezeichnet. Der Widerspruch bezieht sich auf die Tendenz des menschlichen Gehirns nach unmittelbarer Belohnung zu streben. Der Wert unmittelbarer Belohnungen ist für unser Gehirn viel attraktiver als irgendwann in der Zukunft Lorbeeren zu ernten.

Wenn Sie einen Plan für sich selbst erstellen - sich ein Ziel setzen um beispielsweise Gewicht zu verlieren oder eine Sprache zu lernen oder Ihre Fitness zu steigern, dann bewegen Sie sich automatisch in die Zukunft. In Ihren Vorstellungen erschaffen Sie eine Vision, wie Ihr Leben in der Zukunft aussehen soll. Über das Vorstellungsvermögen ist es für Ihr Gehirn ganz einfach den Wert dieser Maßnahmen und den langfristigen Nutzen zu sehen.

Wenn allerdings die Zeit reif ist und Sie Entscheidungen in der Gegenwart treffen müssen, um Ihre langfristigen Ziele zu erreichen (beispielsweise heute weniger essen), dann lässt Sie Ihr Gehirn nicht einfach machen, was Sie wollen. Ihr Gehirn hat ein gewaltiges Mitspracherecht und das macht es geltend!

Forscher haben heraus gefunden, dass das gegenwärtige Selbst sofortige Befriedigung wünscht und nicht wirklich auf langfristige Auszahlungen scharf ist. Dies ist ein Grund, warum wir motiviert sind - am Abend davor, als wir zu Bett gingen und am nächsten Morgen in alte Muster zurück fallen und lieber die eingefahrenen Gleise weiter nutzen.

Ihr Gehirn erkennt den langfristigen Nutzen solange Sie sich das Ganze vorstellen. Sobald es aber um die Realisierung in der Gegenwart geht, ist die sofortige Befriedigung bedeutend wertvoller!

Das ist einer der Gründe, warum die Fähigkeit Befriedigungen zu verzögern so ein großer Prädikator für den Erfolg im Leben ist. Es geht darum zu verstehen, dass es stellenweise essentiell ist der Anziehungskraft sofortiger Befriedigung zu widerstehen, um die Lücke zu schließen zwischen dem wo Sie sind und dem wo Sie sein wollen.

 

Akrasia überwinden und die Macht des Belohnungsaufschubs nutzen

Erschaffen Sie Ihre Zukunft mit intelligenten Strategien! Legen Sie sich Taktiken und Utensilien bereit, die Ihr Engagement unterstützen und Ihnen helfen Ihr Verhalten zu verbessern. Sorgen Sie selbst dafür, dass die Hindernisse, der Aufwand oder die Kosten Ihrer schlechten Gewohnheiten sehr hoch sind, so dass sich im Gegenzug der Aufwand für gute Gewohnheiten reduziert.

Sie können beispielsweise Spiele und Social-Media-Anwendungen auf Ihrem Handy löschen, so dass Sie einen hohen Aufwand betreiben müssen, um diese Dinge doch zu nutzen. Im Gegenzug ist es einfacher nicht immerzu das Smartphone zu nutzen, da Sie nicht verführt werden.

Machen Sie sich die Mühe Wege zu finden Automatismen zu unterbrechen anstatt sich auf Ihre Willenskraft zu verlassen. So ist es für Sie leichter Ihren Vorsätzen zu folgen. Werden Sie der Architekt Ihrer zukünftigen Handlungen statt das Opfer von Akrasia.

Reduzieren Sie Akrasia beim Einstieg! Schuldgefühle und Frustration, die sich aus dem Arkasia Effekt ergeben sind in der Regel tiefgreifender, als die Anstrengung die eigentliche Arbeit zu tun. Seine Aufgaben zu erledigen auf der Moment-zu-Moment-Basis ist nicht so leidvoll, wie mitten im Zwiespalt zu sein. Also warum zögern Sie noch?

Weil es nicht die Handlung an sich ist, die Ihnen schwer fällt, sondern das Durchringen damit zu beginnen. Die innere Kontroverse steuert Ihr Verhalten und hindert Sie daran geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Sobald Sie angefangen haben, ist es gar nicht mehr so schwer, wie Sie vielleicht befürchtet haben. Mit anderen Worten: Es ist einfacher etwas in Bewegung zu halten, als etwas in Bewegung zu setzen.

Gehen Sie neue Gewohnheiten in kleinen Schritten an - machen Sie es so einfach wie möglich, dass Sie praktisch nicht "Nein" sagen können. Sorgen Sie immer dafür, dass es einfach ist zu beginnen. So haben Sie gute Chancen den Kampf gegen Akrasia zu gewinnen.



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