Verschieben, Aufschieben

Verschieben, Aufschieben und andere Nachteile

 

Verschieben und Aufschieben bringen auf lange Sicht nur Nachteile. Wenn Sie nicht wollen, dass Ihr „Schicksal“ Sie kontrolliert und zum Arbeiten zwingt, dann ist es an der Zeit sich selbst die Freiheit über die Kontrolle der Zeit zu nehmen. Durch Ihren eigenen freien Willen und der Selbstbestimmung, wann was wie zu erledigen ist, befreien Sie sich von Fremdbestimmung und von der Angewohnheit Ihre Aufgaben zu verschieben.

 

Wenn Sie sich für ein neues Ziel entscheiden, dann entscheiden Sie sich auch gleichzeitig für einige Einschränkungen in Ihrer persönlichen Freiheit. Dieser schmerzliche Verlust führt oftmals dazu, dass wir unsere Entscheidungen verschieben oder revidieren. Ein Ziel zu bestimmen und sich dafür zu entscheiden, bedeutet auch konsequent zu sein. Konsequenz ist nichts anderes als zu sich selbst „Nein“ sagen zu können.

 

Anfangen ist besser als verschieben

 

Viele haben das Problem erst mal aus den „Puschen“ zu kommen, die Arme durchzuschlagen und anzufangen. Wenn Sie sich nicht durchringen können, zu Beginn des Tages mit der wichtigsten Priorität anzufangen, weil Ihnen der Schwung fehlt oder Sie gerade nicht in der richtigen Stimmung sind, dann besteht die Möglichkeit alles zu verschieben oder sich eine morgendliche Zeremonie zur Gewohnheit zu machen.

Beginnen Sie den Tag mit drei Kleinigkeiten, die Sie schnell erledigt haben und die keinen besonders hohen Aufwand erfordern. Wenn Sie diese drei Kleinigkeiten erledigt haben, dann haben Sie die ersten drei Erfolgserlebnisse des Tages!

Hängen Sie zwei Routinearbeiten an, die maximal 30 Minuten dauern. Somit haben Sie die zwei nächsten Erfolge in der Tasche. Ihr Gewissen ist rein, Ihre Gemütsverfassung positiv, Sie sind wach und können sich nun auf Ihre wichtigen Aufgaben, auf Ihre erste oberste Tagespriorität konzentrieren. Da Sie einmal mit dem Handeln angefangen haben, befinden Sie sich bereits im Arbeitsfluss und müssen nicht über verschieben oder aufschieben nachdenken.

Eine weitere Maßnahme Verschiebungen und Ausreden für anstehende Aufgaben zu vermeiden, ist eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Wenn Sie etwas tun müssen, was Ihnen gerade keinen Spaß macht, dann könnten Sie sich während dieser Arbeit selbst belohnen. Gönnen Sie sich etwas, was Sie gern mögen – eine Tasse Kakao, Ihren Lieblingspudding … , lassen Sie im Hintergrund Musik laufen, die Sie mögen und die Sie inspiriert, zünden Sie sich eine Duftkerze an, deren Duft Sie besonders mögen …

 

Lassen Sie unangenehme Arbeiten rasch hinter sich, statt sie zu verschieben

 

Verschieben Sie unangenehme Dinge nicht weiter nach hinten. Wenn Sie eine Aufgabe erledigen müssen, die nicht sonderlich angenehm ist, dann erledigen Sie diese möglichst als Erstes. Mal angenommen, ein Kunde hat Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt reklamiert. Nun müssen Sie diesen Kunden kontaktieren, um die Sache gerade zu ziehen.

Ihr Gewissen sagt Ihnen, dass der Kunde wahrscheinlich ungehalten sein wird. Vielleicht werden Sie beschimpft, vielleicht ist der Kunde unsachlich …. Sie können sich die ganze Situation immerzu ausmalen, Sie können für Ihre Phantasie den ganzen Tag nutzen, um in Gedanken zu erleben, wie unangenehm diese Aufgabe ist, aber davon löst sie sich nicht in Luft auf.

Ihr schlechtes Gewissen, wird Sie den ganzen Tag begleiten und Sie werden den Anruf verschieben, bis Sie fünf Minuten vor der Angst endlich Ihren Kunden anrufen. Vielleicht ist der Kunde nun noch mehr verärgert, weil Sie sich erst jetzt melden. Wenn Sie diese Aufgabe aber gleich als erstes am Tag erledigen, dann kennen Sie den Ausgang der Situation und können sich für den Rest des Tages auf die angenehmen Dinge konzentrieren.

Sie haben dann vielleicht einige anstrengende Minuten oder Stunden gehabt, aber Sie haben den Rest des Tages auf Ihrer Seite! Wenn Sie wissen, dass Sie etwas erledigen müssen, dann verschieben Sie es nicht. Sie  können es auch sofort tun und Ihren Erfolg über das Resultat genießen.

 

Manche Dinge sind vielleicht schwierig, aber nicht unmöglich

 

Aufgaben, die für uns unüberwindlich scheinen, sind vielleicht schwierig zu meistern, aber ihre Erledigung ist nicht unmöglich. Wenn Sie sich vor einem Riesengebirge sehen, dann machen Sie sich die Mühe und teilen Sie dieses Gebirge in Hügel auf. Sie bekommen dann eine genaue Übersicht und brauchen es nicht auf später zu verschieben.

Legen Sie auf jeden Fall Termine für die Bewältigung der einzelnen Teilschritte fest. Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, dass Sie mit der Erledigung dieser Aufgabe wachsen werden. Überlegen Sie sich welche Informationen oder Fähigkeiten Sie benötigen, um diese Aufgabe zu bewältigen.

Denken Sie auch darüber nach, ob Sie bestimmte Aufgaben delegieren können oder ob Ihnen jemand helfen kann. Wenn Sie die Termine für Ihre Etappen einhalten und kontinuierlich arbeiten, wird die Bewältigung der Aufgabe nach und nach leichter werden, da Sie mit jedem Etappenziel weiter wachsen in Ihren Fähigkeiten. Dies wird Ihr Selbstbewusstsein stärken.

 

Erstellen Sie Ihren Aktionsplan rückwärts

 

Vielleicht fragen Sie sich, wo soll ich überhaupt anfangen? Wenn Sie sich nicht im Klaren sind, wie Ihre ersten und letzten Schritte aussehen sollen, dann beginnen Sie mit Ihrem Plan am Ziel. Planen Sie rückwärts.

Fertigen Sie sich eine „Landkarte“ zu Ihrem Ziel an. Planen Sie immer etwas mehr Zeit ein – es kann immer etwas dazwischen kommen – sorgen Sie für ein gewisses Maß an Flexibilität. Wenn Sie mit Ihrem Rückwärtsplan nicht mehr weiter kommen, dann planen Sie vorwärts. Welchen Schritt müssen Sie als erstes tun, um Ihrem Ziel ein Stück näher zu kommen. Irgendwann ist Ihre „Landkarte“ dann fertig.

Haben Sie Ihre Ziele gefunden und einen Plan erstellt, kommt es darauf an, diesen auch umzusetzen. Am Anfang treibt uns die Euphorie etwas Neues zu beginnen. Mit der Zeit ist das Neue alt, die Euphorie lässt nach und das Ziel gerät nach und nach in Vergessenheit und die Gewohnheit es auf später zu verschieben wächst erneut.

 

Welche Beachtung schenken Sie Ihren Aufgaben?

 

Sie haben Ihre Prioritäten, wissen was zu tun ist, tun es aber nicht. Warum? Dies ist eine Frage der Konsequenz bzw. der Inkonsequenz. Unser Leben läuft heute ziemlich bequem ab. Es ist für alles gesorgt – selbst wenn Sie planlos leben, überleben Sie irgendwie.

Wenn Sie krank werden, dann gehen Sie zum Arzt, Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihre Krankheit überleben. Wenn Sie Hunger haben, dann essen Sie etwas, die Kühlschränke bieten in der Regel immer etwas Essbares. Wenn Sie Durst haben, dann trinken Sie etwas. Wenn nichts mehr da ist, gehen Sie in den nächsten Supermarkt und holen sich etwas. Was Sie heute nicht schaffen, können Sie auch morgen noch erledigen, wozu die Eile?

Wie wäre es aber wenn Sie in der russischen Taiga geboren wären und dort leben müssten? Kein Supermarkt, kein Arzt, keine Saat, keine Ernte! Sie könnten nur das Essen, was Sie angepflanzt, gesammelt oder auf der Jagd erlegt haben.

Was würde passieren, wenn Sie gerade Ihr „Taigafrühstück“ gegessen hätten und Ihr Waldnachbar zu Ihnen käme und sagen würde: Ganz in der Nähe ist ein Bär! Oder unten im Fluss zieht gerade ein Fischschwarm durch! Würden Sie dann auch sagen, morgen ist auch noch ein Tag, wozu die Eile? Wären Sie dann auch inkonsequent? Würden Sie sich denken, jetzt habe ich gerade gegessen und bin satt, was geht mich der Bär oder der Fischschwarm an? Wahrscheinlich nicht. Sie wissen nicht was kommt und wie es kommt, Ihr Leben lässt sich nicht so planen, wie Sie es gewohnt sind. Sie würden den Ereignissen eine andere Bedeutung zu kommen lassen. Sie können Ihre Aktivitäten nicht einfach verschieben, wenn Sie überleben wollen.

 

Je weiter das Ziel entfernt ist, desto bedeutungsloser ist es für Sie

 

In unserer Welt ist es so, dass sich immer wieder Gelegenheiten bieten, es gibt keinen Grund etwas zu überstürzen. Die Menschen in der Taiga müssen Gelegenheiten, die sich bieten sofort nutzen, da sie die kommenden Ereignisse nicht so planen können wie wir. Sie schenken den Ereignissen mehr Beachtung. Was bedeutet das nun für unsere Ziele? Je weiter ein Ziel in der Zukunft liegt, desto weniger Beachtung schenken wir ihm.

Dadurch erreichen wir unsere Ziele meist nicht. Denken Sie beispielsweise an Diätkuren. Wenn Sie 20 Kilo abnehmen wollen, dauert es eine gewisse Zeit bis Sie Ihr Ziel erreicht haben. Es liegt in „ferner“ Zukunft. Euphorisch wird dieses Ziel angesteuert, dann ist Konsequenz gefragt.

Die Ereignisse, die direkt vor unseren Füßen liegen, sind meist interessanter. Eine Feier mit vielen Leckereien in greifbarer Nähe, der Supermarkt mit seinen vielen tollen Angeboten, direkt vor unserer Nase – abnehmen kann ich auch noch später, jetzt genieße ich die kurzfristigen Vorteile und esse erst mal irgendwas Leckeres. Wir verschieben unsere Ziele und am Ende bleibt nur Enttäuschung oder Überforderung, weil nichts erledigt ist.

 

So lernen Sie einfach zu verzichten

 

Wie würden Sie sich aber fühlen, wenn Sie Ihre Ziele erreichen und das Unmögliche sichtbar werden lassen? Versuchen Sie einmal das Blatt zu wenden. Wenn Sie beispielsweise ständig mit Fluchtproblemen, verschieben oder aufschieben zu kämpfen haben, dann könnten Sie sich beispielsweise angewöhnen zu sagen: Ich kann essen, was ich will, nur gerade jetzt nicht! Ich kann stundenlang im Internet surfen, nur gerade jetzt nicht! Ich kann shoppen gehen so oft ich will, nur gerade jetzt nicht!… Durch diese Denkweise verändern Sie Ihr Gefühl des Verzichts.

Eine andere Möglichkeit unliebsame Aufgaben zu erledigen wäre zu sagen: Ich muss die Steuererklärung heute nicht machen, aber dieses eine Formblatt fülle ich jetzt aus. Oder: Ich muss nicht die Küche aufräumen, aber den Geschirrspüler räume ich jetzt ein. Oder: Ich muss nicht die ganze Bügelwäsche erledigen, aber die zwei Hemden bügele ich rasch … Mit dieser Methode schaffen Sie mehr, als Sie sich selber vorstellen konnten. Am Ende des Tages haben Sie eine Menge geschafft.

 

Abfindung oder Lohn – Sie haben die Wahl

 

Wer keine Ziele hat oder seine Ziele nicht konsequent verfolgt oder alles verschiebt und aufschiebt, läuft ein Leben lang kurzfristigen Abfindungen hinterher. Den Lohn, den sein Ziel jedoch zu bieten hätte, bekommt derjenige nie.

Es ist so, als würde Ihr Ziel ein eigenes Häuschen sein, aber mit Ihrer Inkonsequenz haben Sie sich etliche Hundehütten angeschafft. Die Hundehütten haben im Laufe der Zeit vielleicht einen Gesamtwert von hunderttausend Euro – also ungefähr den gleichen Wert wie ein Haus, aber Sie haben sich leider für kurzfristige Abfindungen entschieden. Sind die vielen Hundehütten nun für Sie zufriedenstellend? Wollen Sie Ihre Ziele und Visionen wirklich opfern für nutzloses Pfuschwerk?

 

Stellen Sie Fragen, die Ihnen helfen, Ihr Ziel zu erreichen

 

Wenn Sie merken, dass Sie etwas tun, was nicht Ihrem Ziel entspricht, dann beginnen Sie sich Fragen zu stellen. Fragen sind die Antwort! Bleiben wir beim Beispiel Diätkuren: Wie wichtig wird mir der Genuss dieses Stücks Sahnetorte morgen sein? Werde ich morgen stolz auf mich sein, wenn ich dieses Stück Sahnetorte jetzt nicht esse? Wie wichtig wäre es mir vorgestern gewesen, dieses Stück Kuchen heute zu essen?

Machen Sie eine bewusste Anstrengung zwischen dem Reiz, der Ihnen gerade jetzt vor die Füße fällt und dem Verzicht, eine Pufferzone zu schaffen. Lassen Sie einige Minuten vergehen und stellen Sie sich Fragen. Durch diese Pufferzone haben Sie die Möglichkeit Ihre Reaktion zu überprüfen – der Reiz nimmt ab. Sie bekommen ein anderes Gefühl für kurzfristige Belohnung und lernen so besser einzuschätzen, was sich wirklich für Sie lohnt. Selbst wenn Sie Ihrem Stück Sahnetorte nicht widerstehen können und einen Teil des Kuchens nicht essen, haben Sie einen Teilerfolg erzielt und Teilerfolge sind auch Erfolge!

Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, wie groß der Verlust an kurzfristigen Abfindungen tatsächlich für Sie ist. Werden Sie es überleben, wenn Sie das Stück Sahnetorte in den Müll werfen – es ist nur Fett und Zucker!? Wie groß ist der Verlust, den Sie langfristig durch diese Maßnahme, die Sie einleiten oder unterlassen wollen für Ihre Zukunft? Lohnt sich diese kurzfristige Befriedigung für Sie? Wie werden Sie sich fühlen, wenn Sie Ihre kurzfristige Belohnung erhalten haben – also, wenn Sie Ihr Stück Sahnetorte aufgegessen haben? Sind Sie dann tatsächlich zufriedener?

So wie Sie denken, so handeln Sie auch. Sie sind das Produkt Ihrer Gedanken – vergessen Sie das nie! Sie können immer nur jetzt sofort etwas für sich oder jetzt sofort etwas zu Ihrem eigenen Nachteil tun.

Kurzfristige Vorteile können Sie immer nur in Zusammenhang mit der Außenwelt genießen. Fernsehen schauen – Unterhaltung von außen. Im Internet surfen – Unterhaltung von außen. Essen gehen – Unterhaltung von außen … Langfristiger Genuss kommt von innen heraus. Sie sind auf niemanden angewiesen, nur auf sich selbst. Sie sind für sich selbst immer verfügbar, machen Sie etwas daraus und verschieben Sie es nicht!

 


2 Kommentare

  1. Hallo Anja,
    einen tollen Blog hast du auf die Beine gestellt mit wirklich hilfreichen und ansprechenden Texten. Mein Kompliment! Ich bin früher schon einmal auf deinen Blog gestoßen. Hab ihn aber dann aus den Augen verloren *schäm*, wird mir jetzt aber nicht mehr passieren 😉 Mach weiter so. Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Liebe Grüße
    Monika (monros)

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